Dialogische Führung

Der Erfolg eines Unternehmens wird heute immer direkter in Zusammenhang mit seiner Unternehmenskultur gesehen. Der Grund dafür liegt in jedem einzelnen Mitarbeiter: Das Individuum will wirklich ernst genommen werden, nicht nur zum Schein, und es muss ernstgenommen werden, sonst ist es nicht leistungsfähig. Das ist eine Herausforderung an zeitgemäße Führung. Wie kann Führung unter mündigen Menschen im Unternehmen aussehen? Die zentralen Fragen dabei sind:

  • Wie werden möglichst viele Mitarbeiter initiativ?
  • Wie kommt aus der Initiative der Einzelnen gemeinsames Handeln zustande?
  • Wie kann sich im Unternehmen die beste Idee durchsetzen?
  • Wie kann der Einzelne in der Gruppe mehr leisten als alleine?

Dialogische Führung will auf diese Herausforderung antworten. Als Dialogische Führung wird eine Unternehmenskultur bezeichnet, in der die Mitarbeiter aus eigener Einsicht und in eigener Verantwortung handeln. Auf diese Weise werden Unternehmen innovativ, zukunftsgerichtet und effektiv. Sie ist kein kontextblindes Konzept, sondern ist für jedes einzelne Unternehmen, jeden konkreten Arbeitszusammenhang im Gespräch auszuarbeiten. So bleibt sie praxisnah und entwicklungsfähig. Dialogische Führung nimmt den Menschen ernst und verzichtet darauf, ihn zu konditionieren. Sie ist kein Patentrezept im Sinne herkömmlicher Managementkonzepte, keine einfache Methode, sondern der Versuch, jeweils in konkreten Führungssituationen Wege zu finden zu einer Praxis der gegenseitigen Achtung und des gemeinsamen Handelns. Der Dialog zeigt sich dabei als die Kommunikationsform, in der sich die Beteiligten gegenseitig helfen, eigene Einsichten und Initiativen zu entwickeln. Diese neue Art der Führung ist nicht zuletzt der Versuch, eine Antwort auf drängende Zeitfragen zu geben, denn gute Zusammenarbeit wird für moderne Unternehmen auch im Kontext ökonomischer Überlegungen mehr und mehr zu einer Überlebensfrage: so wird etwa im Zuge der neuen Kreditrichtlinien für Unternehmen ("Basel II") ab 2006 die Qualität der Personalarbeit als ein Faktor berücksichtigt werden müssen, der über die wirtschaftliche Lage und Kreditwürdigkeit von Unternehmen mit entscheidet. Darüber hinaus zeigen Entwicklungen der letzten Jahre, dass die Arbeitszufriedenheit immer weniger von materiellen Werten wie z.B. hohen Einkommen abhängt, sondern immer häufiger davon, dass der Einzelne seine Arbeit als sinnvoll erlebt und die Möglichkeit hat, seine eigenen Fähigkeiten umfassend einzubringen.

Die vier Prozesse der Dialogischen Führung

Dialogische Führung gliedert sich in vier Prozesse:

  1. Individuelle Begegnung
  2. Transparenz
  3. Beratung
  4. Entscheidung

Durch die Individuelle Begegnung werden Ziele und Möglichkeiten miteinander verglichen. Durch Transparenz kommen alle zu einem gemeinsamen Blick auf die Wirklichkeit. Darauf aufbauend können durch die Beratung (statt durch Anweisung) kreative Handlungsmöglichkeiten erarbeitet werden. Durch die Entscheidung werden (Selbst-)Verantwortlichkeiten bestimmt. Zu den Prozessen im Detail sei das Buch "Dialog: Kunst der Zusammenarbeit" von Karl-Martin Dietz empfohlen.

Wertbildungsrechnung und Dialogische Führung

Die Transparenz spielt eine wesentliche Rolle in der Dialogischen Führung, da nur aufgrund von klaren Verhältnissen und durch die Vermittlung von Einsichten in Notwendigkeiten der einzelne Mitarbeiter selber entscheiden und initiativ werden kann. Durch die Wertbildungsrechnung ist Transparenz zu erreichen, wie sie im Sinne der Dialogischen Führung verstanden wird. Siehe die Beschreibung zur Wertbildungsrechnung hier: link

Der Artikel von Jan Selders im Controller Magazin beschäftigt sich eingehend mit dem Zusammenhang der Dialogischen Führung und der Wertbildungsrechnung. Sie finden den Artikel unter den Veröffentlichungen hier: link


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Die Beschreibung der Dialogischen Führung ist angelehnt an Inhalte auf den Seiten des Hardenberg Instituts für Kulturwissenschaften: link


"Dialogische Führung" von Karl-Martin Dietz und Thomas Kracht: Anschauen unter
www.amazon.de


"Dialog: Kunst der Zusammenarbeit" von Karl-Martin Dietz: Anschauen beim
Menon Verlag
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Aus Reinhard Sprenger: Aufstand des Individuums. Literatur