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Wertbildungsrechnung Jedes größere Unternehmen benötigt Instrumente, um ein möglichst wirklichkeitsgetreues Abbild der Wirklichkeit zu bekommen. Da Vorgänge in Organisationen nicht mit unseren Sinnen erfassbar sind, hängt unser Denken über das Unternehmen ganz wesentlich von der Art der verwendeten Instrumente ab. Ebenso zeigen die Charakteristika der installierten Instrumente deutlich, welche Vorstellung vom Unternehmen wir haben. Top-Down Instrumente Heutige Führung basiert auf Hierarchiedenken - der Pyramide. Management bedeutet, die Gedanken des Topmanagements in die Köpfe der Mitarbeiter zu bekommen. Das Credo des heutigen Controllings lautet "Planung, Planung, Planung". Man misstraut den Menschen im Unternehmen, selber unternehmerische Aufgaben zu übernehmen. Zwangsläufig herrscht Misstrauen statt Vertrauen, und die zweite Hälfte des Credos lautet "Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle". Nur so sind die heutigen Verfahren der Planung (Budgetierung), Soll-Ist Abweichungen, Incentives, Investitionsrunden, Verrechnungen, Zielvereinbarungen, Anreizsysteme und Jahresgespräche zu erklären. Mikromanagement betreibende, zahlengläubige Manager scheinen zu glauben, durch ewige Budgetverhandlungen sei die Zukunft definiert, und es könne nicht "Schlimmes" mehr passieren. Durch politisches Gerangel und unglaublichen Bürokratieaufwand wird Eigeninitiative erstickt, Flexibilität und Dynamik werden verhindert. "Kostenminimierung" statt Unternehmertum sind die Konsequenz. Der tayloristische Manager handelt natürlich im besten (tayloristischen) Gewissen: Alle "Störfaktoren" werden ausgeschaltet. Mitunternehmertum durch Wertbildungsrechnung Ein unternehmerisch orientiertes Berichtswesen sollte Eigeninitiative fördern, und Führung zur Selbstführung unterstützen. Dies ist nur möglich, wenn Freiräume zum eigenständigen Handeln eröffnet werden. Damit aus der Initiative von vielen Einzelnen ein positives Gesamtergebnis zustande kommt, müssen die Notwendigkeiten und Möglichkeiten im Unternehmen aufgezeigt werden. Ein mitunternehmerisches Berichtswesen liefert jedem Mitarbeiter die Einsicht, wie er seinen Beitrag und seine Initiative im Sinne des Ganzen einbringen kann. Leistungsströme im hochgradig arbeitsteiligen Unternehmen müssen bewusst gemacht werden. Diese Aufgabe übernehmen die Leistungskataloge der Wertbildungsrechnung. Aus den Leistungskatalogen der Abteilungen entsteht der Bericht der Wertbildungsrechnung. Durch die Darstellung der unternehmensintern erbrachten Leistung, und die bezogenen Fremd- und Vorleistungen, wird Mögliches mit Gewünschtem in ein Verhältnis gestellt. Statt immer nur von "Kosten" zu reden, bezieht sich die Wertbildungsrechnung auf Leistungen. Die Koordination kann im Unternehmen nun subsidiär erfolgen, der vertikale Blick wandelt sich in ein Verständnis für Prozesse. Hierarchische Steuerung durch Planung, Anweisung und Kontrolle wird überflüssig. Der Einzelne kann als Unternehmer im Unternehmen auf eigene Initiative und aus eigener Einsicht aktiv werden. Statt zu versuchen, das Unternehmen durch Zahlen zu steuern, statt zu
glauben, Realität in Filialen, in Werkshallen oder am Point of Sale
durch Zahlen erschaffen und beeinflussen zu können, bildet die Wertbildungsrechnung
eine innovative, verständliche und unternehmerische "Wahrnehmungsoberfläche"
für die Wirklichkeit. Damit unterstützt sie die Transparenz
im Unternehmen, und erlaubt es, von der Steuerung Abstand zu nehmen, eine
dialogische Unternehmenskultur anzustreben und Selbstführung im Unternehmen
zu fördern. |
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| "Controlling und unternehmerisches Denken - nicht unbedingt ein Widerspruch! Dialogische Führung und das Instrument der Wertbildungsrechnung bei dm-drogerie markt" von Jan Selders unter Veröffentlichungen |
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| „Je mehr der Einzelne selbst sieht was für
andere notwendig ist, desto unternehmerischer wird er in seiner Arbeit sein.“
- Götz W. Werner - |
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